Konzept

Pädagogische Aufgabenfelder in 

unserem Sonderpädagogischen Förderzentrum 

 

Wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere aus Medizin, Psychologie und Pädagogik, legen dar, dass eine Aufgliederung im Förderschulwesen etwa nach Sprachbehinderung, Lernbehinderung und Erziehungsbedürftigkeit nur schwer aufrecht zu halten ist.

Die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung intendiert eine möglichst umfassende Integration Behinderter. Dieses Bestreben forderte die Sonderpädagogik heraus, eine stimmige Konzeption zu entwerfen, die Möglichkeiten und Formen einer angemessenen schulischen Eingliederung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf beinhaltet und somit diesen Schülern und den berechtigten Forderungen der Erziehungsberechtigten nach familien- und wohnortnaher Beschulung ihrer Kinder gleichermaßen gerecht werden kann.

Diese Konzeption findet sich im Sonderpädagogischen Förderzentrum mit seinem vielfältigen, leistungsfähigen Angebot verwirklicht.

Integration durch Prävention

Die Frühförderung, eine eigenständige Einrichtung im Landkreis unter der Trägerschaft der Lebenshilfe, arbeitet ab dem ersten Lebenshalbjahr mit Problemkindern, weil Förderung zum frühesten Zeitpunkt die wirkungsvollste ist.

Die mobile sonderpädagogische Hilfe (msH) bietet Kindergärten im Umfeld des Förderzentrums in Zusammenarbeit mit einem Sonderschulpädagogen bei entwicklungsverzögerten, teilleistungsgestörten, sprachauffälligen und verhaltensbeeinträchtigten Kindern ihre Hilfe an. "Sonderpädagogische Hilfe im Kindergarten ist SVE in mobiler Form".

Schulvorbereitende Einrichtungen (SVE's) für sprach- und entwicklungsverzögerte Kinder behandeln Teilleistungsstörungen vor dem Schulbeginn, um den Betroffenen das Erlernen der Kulturtechniken nach dem Lehrplan der Grundschule zu ermöglichen.

Integration als Ziel

Sonderpädagogische Diagnose- und Förderklassen auf der Grundlage des Lehrplans der Grundschule sind ein Angebot für die Jahrgangsstufen 1 und 2, um in einer Kleinklasse in einem sonderpädagogisch aufbereiteten Unterricht die Anfangsschwierigkeiten beim Lernen zu überwinden.

Ein erhöhter Bedarf an individueller Diagnose und Förderung kann zum Einschub eines "fakultativen" Schuljahres, also einer Jahrgangsstufe 1A führen und somit eine zeitliche Ausdehnung auf drei Jahre notwendig machen. Der Besuch dieses eingeschobenen Jahres gilt nicht als Wiederholung einer Jahrgangsstufe im Sinne des Schulrechts. 

Ziel ist der Übertritt in die Grundschule.

Fernerhin bietet das Sonderpädagogische Förderzentrum für Schüler, die aus den Sonderpädagogischen Diagnose- und Förderklassen ihres weiterhin bestehenden Förderbedarfs wegen noch nicht an die Grundschule überwechseln können, im Anschluss daran den Zugang zu zwei Abteilungen:

1.) Klassen nach dem Lehrplan der Grundschule                     

Dieser Zweig richtet sich an Schüler, die auf Grund von Erkenntnissen aus einer umfänglichen, diagnosegeleiteten Anamnese noch fortdauernd sonderpädagogischen Förderbedarf, aufweisen und deshalb in der allgemeinen Schule noch nicht hinreichend gefördert werden können. 

Durch Erziehung, Unterricht und Förderung soll hier den Ursachen von Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen entgegengewirkt werden. 

Ziel ist der Übertritt in den 5. Jahrgang der Heimat-Hauptschule bzw. in eine Kooperationsklasse an einer der Hauptschulen im Ries.

2.) Klassen nach dem Lehrplan zur individuellen Lernförderung

Sie sind für Schüler der Jahrgangsstufen 3 und 4 sowie 5 bis 9 eingerichtet, die im Lernen und Leisten umfänglichen und über lange Zeitdauer bestehenden sonderpädagogischen Förderbedarf aufweisen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Sonderpädagogischen Diagnose- und Werkstattklassen (SDW) der Jahrgänge 7 bis 9 zu, in denen die Schüler in gewerblich-technischer und hauswirtschaftlich-sozialer Praxis, ergänzt durch mehrwöchige Betriebserkundungen und -praktika, Berufs- und Lebensorientierung erfahren.

Ziel ist der richtige Einstieg in das Berufs- und Arbeitsleben.

Integration auf dem Weg                                          

Das Sonderpädagogische Förderzentrum unterstützt durch  seinen Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) die Grund- und Hauptschulen bei Schülerinnen und Schülern, die einen besonderen sonderpädagogischen Förderbedarf im Lernen, in der Sprache sowie in der emotionalen und sozialen Entwicklung aufweisen.

Kooperation

Das Sonderpädagogische Förderzentrum nutzt alle Möglichkeiten der Kooperation mit den allgemeinen Schulen sowie der Sonderpädagogischen Tagesstätte (SPT) und ist auf das Zusammenwirken mit weiteren außerschulischen Institutionen angelegt.

Fachliche Kompetenzen im Sonderpädagogischen Förderzentrum

Die Komplexität schulischen Lernens benötigt Fachlehrkräfte verschiedener Ausbildungsrichtungen:

- Vorschulpädagogik

- Heilpädagogik

- Lernbehindertenpädagogik

- Sprachbehindertenpädagogik

- Verhaltensgestörtenpädagogik

- Körperbehindertenpädagogik

So verleiht die Vielfalt der unterschiedlichen sonderpädagogischen Fakultäten innerhalb des Sonderpädagogischen Förderzentrums ihm Kompetenz und schafft Raum, Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf Unterricht, Erziehung und Förderung ökonomisch und effizient angedeihen zu lassen.